Die anhaltende Trockenheit führt auch in einer so wasserreichen Region wie Kärnten zu Einschränkungen und Belastungen – vor allem für die Landwirtschaft. In Anbetracht dieser Entwicklung besteht dringender Handlungsbedarf, um einerseits die Wasserversorgung im Land nachhaltig zu sichern und andererseits das Thema „Wasser“ als Herausforderung für die Zukunft zu sehen. Eine Anleitung für die Realisierung von Zukunftsprojekten in unserem Land:
1. Wasserschiene
Die Gründung des Wasserverbandes im Jahr 2025 wurde von unseren Politikern als Meilenstein gefeiert. Mit dem Projekt Wasserschiene Kärnten soll ein Infrastruktur-Großprojekt zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung im Zentralraum (Villach, Klagenfurt, St. Veit und Feldkirchen) umgesetzt werden. Zukünftig ist auch eine Ausweitung auf weitere Regionen in Kärnten geplant. Die Fertigstellung der Wasserschiene im Zentralraum ist erst für 2040 geplant.
Obgleich es zum Pflichtenheft der Politik gehört, die lebensnotwendige Grundversorgung mit Wasser für die Bevölkerung sicherzustellen, schlummert das Projekt Wasserschiene im Trockendock. Der Klimawandel nimmt jedoch auf das langsame Handeln der Politik keine Rücksicht. Wer in einer solchen Situation jetzt nicht sofort ins Tun kommt, ist für die Folgen mitverantwortlich.
Gefordert wird die Fertigstellung der Wasserschiene für den Zentralraum bis spätestens 2030 und für die weiteren Regionen bis spätestens 2035. Sowohl die finanziellen Mittel (Kärntner Ausgleichszahlungsfonds) als auch die Ressourcen für die Umsetzung dieses für Kärnten so wichtigen Projektes sind vorhanden. Nicht die mediale Inszenierung einer Idee, sondern erst ihre zeitnahe Umsetzung führt zum Erfolg.
2. Wasserkompetenzzentrum
In der Landeshauptstadt wird schon seit Jahren über die Verwertung der Liegenschaft vis-a-vis vom Minimundus nachgedacht. Umgesetzt wurde bis dato nichts. Dieser Standort wäre die ideale Fläche für die Errichtung eines interdisziplinären Wasserkompetenzzentrums. Die Vision ist, Kärnten als führende Modellregion für nachhaltiges Wassermanagement und Wasserinnovation in Europa zu positionieren.
Im Nahbereich zum Lakeside Park, ein Inkubator für Start-ups im Bereich Wassertechnologien und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in den Bereichen Hydrologie, Wasserqualität, Klimawandelanpassung sowie Digitalisierung.
Dieses Projekt würde zu den Zielen des European Green Deal sowie der EU-Wasserrahmenrichtlinie beitragen und könnte somit zum Großteil durch EU-Förderungen (zum Beispiel Interreg, Horizon Europe) finanziert werden. Ein europäisches Leuchtturmprojekt mit einem enormen Skalierungspotenzial für die Region.
Kärnten hat aufgrund der außergewöhnlich reichen Wasserressourcen die besten Voraussetzungen sich als Modellregion für nachhaltiges Wassermanagement und Wasserinnovation in Europa zu positionieren. Neben der Hausaufgabe – Sicherung der Wasserversorgung im Land – ein Zukunftsprojekt, welches Arbeitsplätze schafft und eine regionale Wertschöpfung generiert.
Damit auch weiterhin die zweite Strophe des Kärntner Heimatsliedes „des Draustroms rasche Fluten ziehen“ der Realität entspricht, ist es erforderlich, dass die politisch Verantwortlich in diesem Land das Wasser als „blaues Gold“ der Zukunft erkennen und nicht darauf warten, bis die Trockenheit auch bei uns als Folge des Klimawandels die Enkeltauglichkeit gefährdet.